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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

oft höre ich in Kollegengesprächen mit Zahnärzten eine ablehnende Haltung gegenüber Patienten mit chronischen Schmerzen heraus: „Bleiben Sie mir weg mit solchen Patienten! Diese Patienten kosten mich nur Zeit und stören meinen Praxisablauf. Und die sind eh alle psychisch krank!“ Dabei ist doch die Behandlung von Schmerzpatienten eine der grundlegenden Domänen der Zahnmedizin. Die ablehnende Haltung mag zum einen daran liegen, dass mit solchen Patientensituationen tatsächlich nicht einfach umzugehen ist. Zum anderen werden wir in unserer Ausbildung zwar auf die Behandlung von akuten Zahn- und Zahnfleischschmerzen vorbereitet, aber wir lernen nicht, wie wir chronische Schmerzpatienten behandeln sollen.

Die Lösung dieses Problems ist eigentlich einfach, wenn wir mit den schmerzphysiologischen Erkenntnissen der modernen Schmerzmedizin an Patienten mit Muskel- und Gelenkschmerzen herangehen:Wir differenzieren Schmerzen (vor allem chronische Schmerzen) nicht nur nach dem Schmerzort, sondern zusätzlich nach der Schmerzphysiologie. Die Angabe des Schmerzortes ist lediglich beschreibend und bietet wenig weiterführende Hinweise auf die notwendige Therapie. Dagegen ist die Bestimmung der neurophysiologischen Schmerzart (nozizeptiv, neuropathisch, psychogen oder eine Mischung daraus) richtungsweisend für unser weiteres praktisches Vorgehen.

Die Lernziele dieses Online-Kurses sind das Wissen und die Fähigkeit, die neurophysiologische Schmerzart zu bestimmen und daraus diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen abzuleiten.

Dies hat den praktischen Nutzen, dass wir unseren Schmerzpatienten erfolgversprechende Vorgehensweisen vorschlagen können und uns selbst nur Patientenfälle zumuten, für die wir fachlich zuständig sind.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Bearbeiten dieses Online-Kurses.

Beste Grüße
Ihr Erich Wühr

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